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24.01.14
Prima Klima im Max-Steenbeck-Gymnasium
Ausgeklügeltes Lüftungssystem / Luftqualität wird überwacht / 78 000 Euro weniger Heizkosten pro Jahr

Prima Klima im Max-Steenbeck-Gymnasium Annette Neupetsch, Schulleiter Andreas Käßner, Frank Krah und Dr. Tobias Häusler (v.r.) am Experimentierplatz im Schülerlabor, wo die Daten der Raumklima-Überwachung einlaufen. Foto: Nicole Nocon
Im Steenbeck-Gymnasium lernen kluge Köpfe. Aber das Gebäude, in dem sie lernen, ist nicht minder clever. Das Schulhaus in der Universitätsstraße wurde mit intelligenter Technik ausgestattet, die unter anderem die Lüftung in dem Gebäudekomplex steuert. BTU-Wissenschaftler wachen darüber, dass alles richtig funktioniert.

Wenn viele Schüler in einem Klassenzimmer lernen und beim Lösen kniffliger Matheaufgaben die Köpfe qualmen, herrscht schnell dicke Luft. Doch im Max-Steenbeck-Gymnasium (MSG) wird das Raumklima genau überwacht. Denn das Schulgebäude wurde nicht nur nach Passivhauskriterien saniert. Zusätzlich wurden auch Fördermittel des Bundes für ein zweijähriges Monitoring eingeworben. Zwei Jahre lang überwachen Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg mittels spezieller Messtechnik unter anderem die Luftqualität in den Klassenzimmern. Hierfür wurden im Schulgebäude sechs Sensoren installiert, die den Kohlendioxidgehalt der Raumluft messen.

Keine Gefahr bei Rot

Hin und wieder kommt es vor, dass eines der Kontrolllämpchen von Grün auf Rot springt. "Das geschieht immer dann, wenn ein Kohlendioxidgehalt von 1400 ppm erreicht wird. Ein Grund zur Beunruhigung ist das aber noch lange nicht. Der zulässige Grenzwert liegt bei 5000 ppm", erklärt Dr. Tobias Häusler vom BTU-Lehrstuhl Angewandte Physik/Thermophysik, der das Monitoring leitet. "In einem frisch gelüfteten Raum liegt der Kohlendioxidgehalt in der Regel ungefähr bei 400 ppm. In einem normalen Klassenraum, der während vier Unterrichtsstunden nicht gelüftet wird, ist ein Kohlendioxidgehalt von 5000 ppm nicht ungewöhnlich. Wenn nicht gelüftet wird, liegt der Wert schon nach zehn Minuten bei 1500 ppm. Das ist gesundheitlich nicht bedenklich. Aber die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, bei 1400 ppm etwa um zehn Prozent", sagt Häusler.

Diplom-Ingenieur Frank Krah von der Cottbuser Integral-Projekt GmbH hat das Lüftungskonzept für das MSG mitentwickelt. "Wir wollen, dass sich die Schüler im Unterricht zu 100 Prozent konzentrieren können. Die Lüftungsanlage ist so eingestellt, dass einzelne Spitzen von 1800 nie überschritten werden. Das hat das Monitoring im ersten Jahr nach dem Einzug gezeigt. Wenn die voreingestellte Lüftung doch einmal nicht ausreicht und ein Kontrolllämpchen auf Rot springt, dann kann die Lüftung im betroffenen Raum von Hand zugeschaltet werden", erklärt Frank Krah.

Da Lüftungsanlagen Energiefresser sind und im Passivhaus ein bestimmter Energieverbrauch nicht überschritten werden darf, haben Krah und sein Team für das MSG ein ausgeklügeltes System entwickelt. "Der Lüftungsplan ist an den Stundenplan gekoppelt, das heißt, dass die Lüftung nur in den Räumen läuft, die auch belegt sind. Wenn es zu spontanen Verschiebungen in der Raumverteilung kommt, dann kann die Lüftung für die einzelnen Klassenzimmer manuell zugeschaltet werden. Und sollte am Ende einer Unterrichtsstunde die Luft doch mal dicker werden, dann können auch die Fenster für wenige Minuten geöffnet werden. Das ist in einem Passivhaus durchaus erlaubt", betont Krah.

Kinderkrankheiten

Im ersten Jahr nach dem Einzug waren noch ein paar Nachjustierungen an der Steuerung der Gebäudetechnik nötig. "Es wird immer weiter optimiert. Und auch wir Lehrer wurden instruiert, worauf wir achten müssen", sagt Schulleiter Andreas Käßner. Insgesamt sei die Technik aber schulalltagstauglich. "Wir wollen uns nicht von der Technik beherrschen lassen. Wir wollen die Technik als Schule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt beherrschen", stellt Käßner klar. Denn für die Steenbeck-Schüler sorgt die Gebäudetechnik des Schulhauses nicht nur für Wohlfühlklima. Mit den Fördermitteln für das Monitoring wurde für die Nachwuchsforscher im Schülerlabor auch ein Experimentierplatz mit Messgeräten eingerichtet, an dem sie angeleitet von Tobias Häusler das Raumklima im Schulhaus kontrollieren können.

Annette Neupetsch vom Fachbereich Immobilien der Stadtverwaltung hat die Sanierung des neuen MSG als Projektleiterin begleitet. Sie erinnert sich an rege Diskussionen in der Planungsphase. Inzwischen schaut sie sehr zufrieden auf das, was gemeinsam mit allen Beteiligten erreicht wurde: "Wir haben ein typisches Plattenbau-Schulgebäude aus den 1970er-Jahren so saniert, dass es Passivhauskriterien genügt. Das ist einmalig und könnte durchaus Schule machen", sagt Annette Neupetsch. Auch das Energiekonzept ist offensichtlich aufgegangen. Tobias Häusler hat die Daten des ersten Jahres mit denen des letzen Schuljahres am alten Steenbeck-Standort verglichen: "Obwohl das vorherige Schulgebäude im letzten Jahr nur zur Hälfte genutzt wurde, liegt unsere jetziger Energieverbrauch um 82 Prozent unter dem alten Wert.

Das bedeutet, dass wir eine Heizkostenersparnis von 78 000 Euro pro Jahr erreicht haben. Hinzugekommen sind dafür 10 000 Euro Stromkosten für die Lüftungsanlage. Passivhäuser dürfen maximal 34 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. Das MSG liegt 2013 trotz des sehr langen Winters bei 32 Kilowattstunden."

Nicole Nocon

Projekt: Max-Steenbeck-Gymnasium

27.08.12
Nie mehr Hitzefrei für Cottbuser Steenbeck-Schüler
Millionenbau am Uni-Campus wird im Oktober bezogen

Neue Laborräume für Steenbeck-Schüler: OB Frank Szymanski und seine Mitarbeiter bei der Baustellenbesichtigung. Foto: Michael Helbig/mih1
Der Plan ist straff kalkuliert. Dort, wo jetzt noch gemalert und gebaut wird, sollen schon in wenigen Wochen Schüler unterrichtet werden: Am Tag nach den Herbstferien zieht das Steenbeck-Gymnasium um.

Es ist die größte Bildungsinvestition, die die Stadt in den letzten 20 Jahren auf die Beine gestellt hat: 13,8 Millionen Euro kostet die Sanierung des künftigen Schulstandortes des Steenbeck-Gymnasiums an der Erich-Weinert-Straße. Sechs verschiedene Fördertöpfe mussten angezapft, rund 8 Millionen Euro an Eigenmitteln aufgebracht werden. Jetzt steht die Sanierung kurz vor dem Abschluss. Am 17. Oktober, zwei Tage nach dem eigentlichen Umzug, wird das Gebäude offiziell an seine Nutzer übergeben: 48 Lehrer und 480 Schüler der Klassen 5 bis 12.

"Wer unser altes Gebäude kennt, der kann einschätzen, wie sehr wir uns auf den Umzug freuen", sagt Schulleiter Andreas Käßner. Eigentlich hatte der Umzug des Steenbeck bereits im Februar 2012 erfolgen sollen. Aber Insolvenzen einiger Baufirmen sowie steigende Baupreise hatten das Projekt verzögert. "Jetzt aber liegen wir gut im Plan", freut sich Oberbürgermeister Frank Szymanski, den vor allem die moderne Klimatechnik und die kompakte Wärmedämmung des Passivbaus überzeugt haben. Pro Quadratmeter werden künftig nur noch zehn Prozent der bisher benötigten Energie verbraucht. Die Lüftung der einzelnen Klassenräume ist dabei sogar an den täglichen Stundenplan angepasst. Annette Neupietsch vom zuständigen Immobilienamt: "So wird nur dort belüftet und klimatisiert, wo auch tatsächlich Unterricht stattfindet." Schade für die Schüler: Die Technik ist so genial, das Hitzefrei künftig überflüssig wird.

Ebenfalls neu: ein Sicherheitskonzept, das regelt, wer das Schulgebäude betreten darf. Die Türen der einzelnen Klassenzimmer sind mit Sichtspionen ausgestattet. Andreas Käßner: "So kann der Lehrer im Ernstfall kontrollieren, was auf dem Flur passiert." Weniger ernst, dafür umso angenehmer: Im Kantinenbereich wird in den kommenden Wochen neue Küchentechnik installiert, die die Essensversorgung von Schülern und Lehrern verbessert.

Sobald das Steenbeck-Gymnasium neben den BTU-Campus gezogen ist, können die Schüler des Evangelischen Gymnasiums die früheren Steenbeck-Räume in Sandow komplett für sich nutzen. Anja Schlensog, Fachbereichsleiterin Immobilien: "Das Evangelische Gymnasium wird zwei Jahre lang dort bleiben, dann in ein saniertes Gebäude umziehen."

Schlensog hat gute Erfahrungen damit gemacht, Schulgebäude während der Sanierung leerzuziehen. "Auch für künftige Projekte haben wir die Möglichkeit, dass Schüler und Lehrer während der Bauphase in andere Gebäude umziehen." Derzeit wird die Nevoigt-Grundschule umgebaut, der Schulbetrieb läuft in der Gartenstraße.

Andrea Hilscher
20.06.12
Gemischte Gefühle beim Richtfest für ein neues BTU-Gebäude
Freude über 21-Millionen-Euro-Neubau für Rechenzentrum der Cottbuser Universität / Appelle für sinnvolle Weiterentwicklung der Hochschule und Kritik an Fusionsplänen

Auf einer Fläche von insgesamt 7.800 Quadratmetern sollen im Neubau bald das Rechenzentrum und moderne Seminar-, PC- und Büroräume ihren Platz finden.
Richtfest eines neuen Uni-Gebäudes in Cottbus – Grund zur Freude für die Studenten und Mitarbeiter der BTU. Aber wie feiern, wenn noch völlig unklar ist, welche Art von Hochschule das neue Gebäude im kommenden Jahr beziehen wird?

Es waren seltsame Szenen, die sich da während des Richtfestes auf dem Uni-Campus abspielten. Während rund 60 Mitarbeiter der BTU für den Erhalt ihrer Hochschule demonstrierten, waren gleich zwei Staatssekretäre aus Potsdam angereist, um die Cottbuser Uni zu loben – und ihre Verschmelzung mit der Hochschule Lausitz (FH) zu verteidigen.

Doch zunächst die schönen Fakten: Für rund 21 Millionen Euro lässt die Landesregierung derzeit ein neues Verfügungsgebäude auf dem Campus errichten. Auf einer Fläche von insgesamt 7.800 Quadratmetern sollen hier zu Beginn des Wintersemesters 2013/14 das Rechenzentrum der Uni, moderne Seminar-, PC- und Büroräume ihren Betrieb aufnehmen.

Das Geld dafür stammt aus Landes- und Bundesmitteln sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Allein die technische Ausstattung des Informatiklehrgebäudes kostet ordentlich: 7,4 Millionen Euro fließen in die moderne Technik des Rechenzentrums.

Finanzstaatssekretärin Daniela Trochowski sagte anlässlich des Richtfestes: "Das Gebäude ist so wie die gesamte BTU. Nutzerorientiert und innovativ."

Ausdrücklich lobte sie die Internationalität der Hochschule, die unter ihren 6.700 Studenten 20 Prozent ausländische Studierende aus 90 Nationen betreut. Auch Finanzstaatssekretär Martin Gorholt fand lobende Worte: "Die BTU ist für Studierende überaus attraktiv, und ich kann Studieninteressierten ausdrücklich empfehlen, sich für ein Studium hier zu entscheiden."

In Richtung der Demonstranten, die vor allem auf die Sammlung von derzeit 32.000 Unterschriften für den Erhalt der Hochschulen verwiesen, sagte Gorholt: "Wir diktieren ja nichts aus Potsdam. Die Hochschulen können noch bis zum 6. August zu dem vorgelegten Referentenentwurf und der Zusammenführung der Institutionen Stellung nehmen."

Auch BTU-Präsident Walther Ch. Zimmerli verband ein Lob des Neubaus mit der Hoffnung auf eine sinnvolle Weiterentwicklung der BTU. "In den letzten 20 Jahren hat das Land 1,4 Milliarden Euro in diese Universität investiert. Jetzt kommt es darauf an, die damit geleistete Arbeit in die Zukunft weiterzuführen." Er verwies mit sichtlichem Stolz darauf, dass der Bereich Informatik, der künftig das neue Gebäude nutzen soll, vom Hochschulranking CHE mit exzellenten Noten bedacht wurde.

Der Neubau, das sogenannte Verfügungsgebäude 1C, entsteht derzeit auf dem Hauptcampus der BTU auf einer vorher als Parkplatz genutzten Fläche. Quadratisch, praktisch und einer Reihe von bereits bestehenden Institutsgebäuden entlang der Konrad-Wachsmann-Allee ausgesprochen ähnlich.

Die unterschiedlichen Bereiche sind hinsichtlich Nutzerfrequenz von unten nach oben gestaffelt auf vier Etagen verteilt. Im Kellergeschoss werden Räume für das Archiv errichtet. Im Erdgeschoss sind die größeren Unterrichtsräume der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik untergebracht. Im ersten und zweiten Obergeschoss werden die Büroräume und die zugehörigen PC-Labore angeordnet. Ins dritte Obergeschoss zieht das neue Universitätsrechenzentrums – wegen seiner hohen Sicherheitsanforderungen wird dort nur wenig Besucherverkehr herrschen.

Projekt: BTU Rechenzentrum

23.04.12
Am 18.04.2012 feierte die Genossenschaft Richtfest am Passivhaus
Zahlreiche Gäste sind unserer Einladung gefolgt und feierten, zusammen mit dem Vorstand und Mitarbeitern der Genossenschaft, das Richtfest am imposanten Bau in der Räschener Straße 23
Hier entsteht für rund 1,2 Millionen Euro das erste Passivhaus in seiner Bauweise als Mehrfamilienhaus im Land Brandenburg. An diesem Tag konnten die zukünftigen Mieter und alle Gäste bereits einen ersten Rundgang durch die zukünftigen Wohnungen machen. Die traditionelle Richtkrone sowie der Richtspruch, welcher zum einen ein Dank an Architekt und Bauherr, zum anderen eine Bitte um Gottes Segen für das Haus ist, durften selbstverständlich nicht fehlen.

Richtfest

Projekt: Passivwohnhaus Räschener Straße 23, Cottbus

16.04.12
Richtfest für erstes Passivmietshaus des Landes
Am ersten Passivmietshaus des Landes Brandenburg wird an diesem Mittwoch in Cottbus Richtfest gefeiert. Das Gebäude entsteht in der Räschener Straße und wird nach Wünschen der egWohnen mit einem hohen Anspruch an die Energieeffizienz errichtet.

Rund 1,2 Millionen Euro kostet das Projekt. Am Mittwoch um 11 Uhr wird hier das Richtfest gefeiert. Nach Auskunft der Planer soll das Gebäude eine extra starke Dämmung, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine Solarthermieanlage bekommen.

Projekt: Passivwohnhaus Räschener Straße 23, Cottbus

01.12.11
Stiftung bringt E-Werk in Schwung
Das Elektrizitäts-Werk soll wieder Strom liefern. Das würde das geplante Energie-Effizienz-Zentrum des Ingenieurbüros Integral in dem Baudenkmal perfekt machen. Eine E-Werk-Stiftung wurde bereits dafür gegründet.
Fast wäre aus dem Traum nichts geworden. „Wir wollten schon aufgeben“, gibt Integral-Geschäftsführer Frank Krah unumwunden zu. Doch mit der Green Heritage Wasserkraft GmbH haben die Cottbuser nach eigenem Bekunden die richtigen Partner gefunden, um die Turbinen wieder anzuwerfen.

Green Heritage heißt auf Deutsch grünes Erbe. Genau darum geht es dem Unternehmen, wie Geschäftsführer Tobias Sachtleben betont. „Wir sind auf die Genehmigung von Kleinwasserkraftanlagen spezialisiert“, erklärt er. „Dabei ist es unsere Philosophie, ökologische und technische Belange gleichwertig zu behandeln.“

Die E-Werk-Stiftung haben beide Partner vor zwei Wochen gegründet. In deren Satzung ist nicht nur der Denkmalschutz verankert, sondern auch ihr großes Ziel, die Energieeffizienz in der Stadt und der Energieregion Lausitz zu stärken. Dazu gehört eben auch, das alte Wasserkraftwerk auf der Mühleninsel wiederzubeleben.

Die Stiftung wäre dann der Betreiber der Anlage. Mit moderner, geräuscharmer und ökologischer Technik ausgestattet und einem restaurierten Turbinenraum könnte das Wasserkraftwerk Modellcharakter haben. „Das wäre ein Alleinstellungsmerkmal für Cottbus mit großer Anziehungskraft“, sagt Krah. Und je nach Größe der Turbinen könnten 100 bis 200 Haushalte mit Cottbuser Strom beliefert werden.

Die Kosten für den Bau der Anlage schätzen die Partner auf rund 1,5 Millionen Euro. „Um das zu finanzieren, wird die Stiftung Beteiligungsmöglichkeiten für die Bürger anbieten, die eine interessante Verzinsung auf das Kapital aufweisen“, erklärt Tobias Sachtleben. Nach optimistischen Schätzungen könnte eine Genehmigung für das neue Wasserkraftwerk im Sommer vorliegen, so Sachtleben. Der Bau würde aber nicht vor dem Jahr 2013 beginnen.

Das E-Werk hat das Cottbuser Ingenieurbüro vor einem Jahr gekauft. Integral baut bereits das frühere Kesselhaus zum neuen Domizil für seine wachsende Mannschaft aus, die derzeit noch am Schlosskirchplatz arbeitet. Das E-Werk bietet genügend Platz, um weiter zu wachsen. Im vorderen Teil des E-Werks sollen in einem zweiten Bauabschnitt Büro- und Wohnräume entstehen.

Herzstück ist und bleibt der Turbinenraum – quasi das Mittelschiff des Baudenkmals – in dem wieder die Maschinen laufen sollen. In einem mehrgeschossiger Einbau würde das neue Zentrum unterkommen. „Das E-Werk soll wieder das werden, was es war“, wünscht sich Integral-Geschäftsfüherer Burkhard Schwiedersky.

Zum Thema

Aus der Geschichte: Das E-Werk wurde von 1901 bis 1903 von der Firma Siemens & Halske errichtet. Es lieferte den nötigen Strom für die Straßenbahn. Am 27. April 1903 wurde zum ersten Mal vom E-Werk Strom in das Leitungsnetz der Bahn eingespeist. Am 18. Juli 1903 ging die Straßenbahn um 11 Uhr regulär auf der zwei Kilometer langen Strecke zwischen Staatsbahnhof und Oberkirche in Betrieb. Die zwei Turbinen des E-Werkes liefern bis zum Jahr 1968. Nach der Wende wurde aus dem E-Werk für kurze Zeit eine Großraum-Disko. Der Versuch, das Gebäude als kulturellen Veranstaltungsort zu etablieren, scheiterte.
13.10.11
eG Wohnen legt Grundstein für erstes Passivhaus
Baustart für Mehrfamilienhaus in der Räschener Straße 23
Mit einer feierlichen Grundsteinlegung startete die eG Wohnen 1902 am 13. Oktober 2011 den Bau des ersten Passivhauses der Genossenschaft. In der Räschener Straße 23 entstehen in einem viergeschossigen Gebäude sieben neue 3-Zimmer-Wohnungen mit Größen von 71m² und 98 m². Alle Wohnungen erhalten einen großzügigen Balkon. Das Gebäude wird mit einem Aufzug ausgestattet, so dass alle Wohnungen barrierefrei erreichbar sein werden. Im Untergeschoss wird es PKW-Stellplätze geben. Der Neubau wird im Passivhausstandard errichtet und zeichnet sich durch eine hochgedämmte und besonders dichte Gebäudehülle aus. Der Heizwärmebedarf wird soweit verringert, dass das Gebäude überwiegend durch seine in-neren Wärmequellen (Bewohner, Haushaltsgeräte, Beleuchtung usw.) und Sonneneinstrahlung beheizt wird. Möglich wird dies durch die hohe thermische Qualität der Gebäudehülle und eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Die Außenwände erhalten eine 28 cm starke Wärme-dämmung, auch alle äußeren Fenster und Türen erfüllen besondere energeti-sche Ansprüche. Der verbleibende Heizwärmebedarf wird über eine Gas-Brennwert-Therme abgedeckt. Der Heizenergieaufwand beträgt nur einen Bruchteil von Häusern konventioneller Bauart. Das entstehende Passivhaus wird mit seiner besonderen Bauweise und Ausstattung dafür sorgen, dass künftig auch beim Wohnen Energie gespart und damit ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet wird. Die künftigen Bewohner können sich über günstige Betriebskosten freuen, werden sich dafür aber auch mit veränderten Gewohnheiten im Umgang mit ihrer Wohnung auseinandersetzen müssen. „Die Räschener Straße ist ein sehr traditionsreiches genossenschaftliches Wohngebiet, hier entstanden zum Anfang des vergangenen Jahrhunderts die ersten Genossenschaftswohnungen in Cottbus. Mit unseren Modernisierungen der letzten Jahre hat das Quartier bereits eine deutliche Aufwertung als innerstädtischer Wohnstandort erfahren. Wir sind sicher, dass wir mit diesem innovativen Gebäude ein weiteres wichtiges Zeichen für zukunftsfähiges und nachhaltiges Bauen in Cottbus setzen werden“, so Arved Hartlich, Technischer Vorstand der eG Wohnen.

Grundsteinlegung


Das Mehrfamilienhaus wurde vom Cottbuser Architekturbüro Hampel & Kotzur entworfen. Die Baukosten sind mit etwa 1,2 Mio. Euro geplant. Die Fertigstel-lung ist für den Herbst 2012 vorgesehen. Das Projekt wird gemeinsam mit der Investitionsbank des Landes Brandenburg realisiert.

Projekt: Passivwohnhaus Räschener Straße 23, Cottbus

06.09.11
In Cottbus entsteht innovative Architektur
Der Neubau des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in Cottbus war für die Architekten des Büros Hampel, Kotzur und Kollegen ein Glücksfall. Bei dem Projekt bekamen sie die Chance, ein öffentliches Gebäude nach Maßstäben der Nachhaltigkeit zu planen. Mitte des Monats wird das innovative Bauwerk seiner Nutzung übergeben.

Die moderne Fassade aus Sichtbeton und Stahlplatten verweist auf den Nutzer des Gebäudes: das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe. Foto: Hampel, Kotzur & Kollegen
„Wir predigen seit Jahren die Nachhaltigkeit. Bei diesem Projekt hatten wir zum ersten Mal die Chance, die Prinzipien der Nachhaltigkeit konsequent umzusetzen“, sagt der für das Projekt verantwortliche Architekt Tobias Keßler.

Sein Kollege Martin Tiede erklärt was unter Nachhaltigkeit im Bauwesen zu verstehen ist: „Beim Stichwort Nachhaltigkeit wird oft nur an den ökologischen Aspekt gedacht. Beim nachhaltigen Bauen werden aber auch die ökonomischen sowie die soziokulturellen und sozialen Qualitäten eines Gebäudes betrachtet und zwar über die gesamte Lebenszeit des Bauwerks.“ Bei der ganzheitlichen Planung werden die Rohstoffgewinnung, die Herstellung der Baustoffe, die Errichtung, die Nutzung inklusive Instandhaltung und Modernisierung, der Rückbau sowie die Verwertung beziehungsweise Entsorgung der verwendeten Baustoffe mit in die Kalkulation einbezogen.

All diese Gesichtspunkte haben auch bei der Konzeption des LBGR-Neubaus in der Inselstraße eine Rolle gespielt, wo es galt, am Standort eines ehemaligen Nebengebäudes mit Lagern und Garagen ein Gebäude zu schaffen, das Büros, Präparationsräume und das Archiv des Amtes aufnehmen soll. Bereits in der Vorplanung, mit der 2008 begonnen wurde, seien drei unterschiedliche energetische Konzepte entwickelt und verglichen worden. Tobias Keßler erklärt: „Wir haben den damals üblichen Standard angesetzt, später auch die Vorgaben der 2009 eingeführten Energieeinsparverordnung und außerdem den Passivhaus-Standard. Alle drei Konzepte haben wir an zwei unterschiedlichen Raumgestaltungsvarianten durchgearbeitet und in einem Wirtschaftlichkeitsvergleich gegeneinander abgewogen, sodass der Bauherr zwischen sechs Varianten wählen konnte.“

Offenes Raumkonzept


Keine Mauern, sondern variable Wände trennen die Büros voneinander. Foto: Hampel, Kotzur & Kollegen
Gebaut wurde zur Freude der Architekten ein Gebäude mit einem sehr offenen Raumkonzept, das die Kriterien eines Passivhauses erfüllt. „Das bedeutet, dass unter anderem die Energie aller ohnehin vorhandenen Wärmequellen im Gebäude verbleibt, sodass der zusätzliche Energiebedarf des Bauwerks ausgesprochen gering ist. Das neue Gebäude des LBGR hat dennoch eine Heizungsanlage. Auf dem Grundstück besteht eine Anschlusspflicht an das Fernwärmenetz“, sagt Tobias Keßler. Zusätzlich werde Strom für Licht, die Kommunikationsmittel und die Steuerung der Gebäudetechnik benötigt. „Die Lampen leuchten aber nur so stark wie es angesichts der gegebenen Belichtungsverhältnisse erforderlich ist. Damit möglichst wenig Energie verloren geht, muss die Gebäudehülle dicht und sehr gut gedämmt sein. In den Neubau wurden Fenster mit Vierfachverglasung eingebaut. Und die Be- und Entlüftung wird mittels einer Lüftungsanlage exakt kontrolliert. Insgesamt können so die Betriebskosten sehr gering gehalten werden“, erklärt Tobias Keßler.

Auch beim Zuschnitt des Gebäudes wurden die Maßstäbe der Nachhaltigkeit angelegt. So wurden keine abgeschlossenen Einzelbüros gebaut, sondern Räume, die fließend ineinander übergehen und durch verschiebbare Zwischenwände der aktuellen Nutzung angepasst werden können. Darüber hinaus können Verkehrsflächen gleichzeitig als Bürofläche genutzt werden. „Das Konzept des fließenden Raumes hat den Vorteil, dass ein eventueller Nachnutzer des Gebäudes nicht an die Raumstruktur des LBGR gebunden wäre“, betont der Planer. Auch dahinter stehe der Gedanke der Nachhaltigkeit.

Martin Tiede ergänzt: „Durch den flexiblen Grundriss konnten darüber hinaus 20 Prozent Fläche eingespart werden. Dadurch wurden nicht nur Baukosten gespart, sondern auf die Lebensdauer des Gebäudes hochgerechnet auch Heizungs-, Reinigungs- und Unterhaltungskosten. Der Bauherr hat das durch das geringere Bauvolumen eingesparte Geld in hochwertige Gebäudetechnik investiert, was sich auf lange Sicht auszahlen wird. Denn aus ökonomischer Sicht muss man im Blick behalten, dass auf die Planung und den Bau eines Gebäudes nur etwa 20 Prozent der Gesamtkosten entfallen, die Baufolgekosten aber 80 Prozent ausmachen.“

Recycelbares Baumaterial

Dass der Architekt bei der Gestaltung der Fassade und der Innenräume auf Sichtbeton gesetzt hat, dessen Struktur in Anlehnung an die Nutzung des Gebäudes an Gesteinschichten erinnert, hat nicht nur ästhetische Gründe. „Das Material hat kaum Pflegebedarf, ist enorm haltbar und kann gut recycelt werden“, sagt Tobias Keßler. Für die Fußböden sei umweltfreundliches Linoleum verwendet worden, das auf Leinölbasis hergestellt wird.

Die sozialen und soziokulturellen Aspekte der Nachhaltigkeit hatten die Planer bei der Konzeption der Büros im Blick. „Das Licht, das Raumklima und die hygienischen Bedingungen müssen stimmen. Jeder Mitarbeiter kann sich die Bedingungen an seinem Arbeitsplatz weitgehend individuell gestalten, bis hin zur Helligkeit der Beleuchtung. Warme Farbtöne sorgen für Behaglichkeit. Das wird positive Auswirkungen auf die Arbeitsatmosphäre und die Produktivität haben“, erhofft sich Tobias Keßler.

Eine weitere Hoffnung teilt er mit seinem Kollegen Martin Tiede. Die beiden Architekten könnten sich so etwas wie ein Kompetenzzentrum in Cottbus vorstellen. „Wenn der Neubau des LBGR als Passivhaus zertifiziert wird, ist es das erste öffentliche Gebäude dieser Art in ganz Brandenburg. Gebäuden wie die Universitätsbibliothek und der LBGR-Neubau könnten als Initialzündung weitere innovative Bauprojekte in die Stadt ziehen“, sagt Tobias Keßler.

Projekt: Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe LBGR

03.09.11
Frischer Asphalt für Kreuzung vor der Spreegalerie
Nördlich der Großbaustelle Bahnhofstraße wird ab der kommenden Woche der erste Asphalt aufgebracht. Darüber informiert die Stadtverwaltung.
Demnach ist der Ausbau der Kreuzung Berliner Straße / Karl-Marx-Straße vorgezogen worden.

Veränderungen bei der Verkehrsführung über die Baustelle soll es nicht geben. Die Ausfahrt aus der Tiefgarage des Einkaufscenters auf die Berliner Straße kann weiterhin genutzt werden. Zudem beginnen ab Montag die Bauarbeiten an den Geh- und Radwegen entlang der Kreuzung. Das soll etwa acht Wochen in Anspruch nehmen.

Die Kreuzung wird im Zuge der Umgestaltung der Bahnhofsstraße angepasst. Die Bahnhofstraße soll in diesem Jahr auf der Ostseite fertiggestellt werden. Im kommenden Jahr wechselt die Baustelle auf die Westseite. Neben einer kompletten Straßensanierung werden auch die Gleise der Straßenbahn erneuert. Zudem nutzt die Lausitzer Wassergesellschaft LWG die aufgerissene Straße, um ihre Leitungen zu erneuern. Außerdem werden Fernwärmeanschlüsse verlegt.

Die Straße wird mit dem Umbau völlig neu sortiert. So werden die Schienen von der Mitte an die Seiten verlagert. Die Straßenbahn wird sich dann eine Fahrspur mit den Autos teilen. Künftig wird das Linksabbiegen möglich, es darf aber nur noch mit Tempo 30 gefahren werden. Neben dem verbreiterten Gehweg wird ein separater Radweg angelegt.

Der Umbau der Bahnhofstraße ist das größte Bauprojekt seit Jahren in Cottbus und soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf rund 8,4 Millionen Euro, wovon mehr als die Hälfte über Fördermittel finanziert werden.
02.09.11
Sielower Turnhallen-Umbau hat begonnen
Lange mussten Lehrer und Schüler warten. Nun aber tut sich etwas in der Turnhalle der Sielower Grundschule.

Die außen liegende Entwässerung gehört bald der Vergangenheit an. Hausmeister Möller kann die Ablaufrinnen abbauen.
Mit der Demontage des Elektronetzes in den Umkleideräumen starteten jetzt die Bauarbeiten. „Es ist endlich begonnen worden“, zeigte sich Schulleiterin Irena Götze erleichtert. Zwar weiß sie, dass der Sportunterricht in der nächsten Zeit unter erschwerten Bedingungen stattfindet, denn auch die Toiletten der Turnhalle sollen herausgerissen werden. Doch es gibt Ersatzlösungen. „Die Kinder werden sich in zwei Räumen unseres Schulhauses umziehen und dort auch die WCs benutzen“, so die Schulleiterin. Sie sieht auch dem nächsten Bauvorhaben erwartungsvoll entgegen. Die Entwässerungen von Haus 2, der Turnhalle und des Speiseraumes werden noch 2011 in einen gesonderten Sammler abgeleitet, womit der Schulhof ein gutes Stück trockener wird. Ein weiterer Vorteil des zentralen Abwasser-Anschlusses ist, dass die Güllefahrzeuge den Untergrund des Schulhofes nicht mehr belasten. „Auch das war ein Grund, weshalb sich auf dem Hof schon nach mittleren Regenfällen große Seenlandschaften gebildet haben“, so Hausmeister Norbert Möller. Im ersten Bauabschnitt sollen noch in diesem Jahr die Außenanlage an der Cottbuser Straße entstehen und die Fahrradständer gebaut werden. Der Umbau des Hofes ist für 2012 und 2013 geplant.

Projekt: Schule Sielow, Cottbus

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